Rauchende Nachbarn 

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Nichtraucher werden

Bloged in by admin Montag Oktober 15, 2007

Der Weg zum Nichtraucher!

Alle paar Sekunden stirbt auf der Welt ein Mensch an den Folgen des Tabakkonsums, in Deutschland sind es laut Bundesgesundheitsamt jährlich ca. 70 000 Menschen.
Aber warum rauchen so viele Menschen? Ist es die pure Abhängigkeit, die Entspannung, simple Gewohnheit, oder doch das Gefühl „dazu zu gehören“?
Die Gründe sind vielfältig, aber die Argumente mit dem Rauchen aufzuhören, sich irgendwann ehrlich und ohne Reue wieder „Nichtraucher“ nennen zu können sind noch vielseitiger. Wer den Entschluss gefasst hat aufzuhören, der trifft nicht auf taube Ohren.
Krankenkassen, Ärzte, Selbsthilfegruppen, Apotheker und diverse Schriftsteller bieten Hilfe und Unterstützung an. Sie versuchen einem die Gewissheit, man würde es nie schaffen von der Kippe loszukommen, zu nehmen und schaffen Platz für Zuversicht und Selbstvertrauen. Grundsätzlich wird bei der Nikotin-Entwöhnung zwischen zwei Methoden unterschieden.
Zum einen gibt es die Schlusspunktmethode. Hierbei wird nach intensiver Vorbereitung ein Tag x festgelegt, ab dem mit dem Rauchen entgültig Schluss ist. Die Reduktionsmethode zielt eher auf ein geregeltes Entwöhnen über einen gewissen Zeitraum ab, dabei wird die Anzahl der Zigaretten pro Tag kontinuierlich reduziert. In wissenschaftlichen Kreisen wird behauptet, die Schlusspunktmethode sei effektiver.
Gut, der Entschluss ist gefasst, die Vorsätze sind lobenswert, das „wie“ ist geklärt…bleibt nur noch die Frage: „womit“? Die Wenigsten schaffen den Absprung gänzlich ohne Hilfsmittel, nur mit purer Willenskraft und eisernem Durchsetzungsvermögen. Hier sollen einige Hilfsmittel in Anwendung und Wirkungsweise vorgestellt werden.
Am bekanntesten sind wohl die Nikotinersatzpräparate. Diese liefern dem Körper das Nikotin, jedoch in geringerer Dosis und lindern somit die körperlichen Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Unruhe, Nervosität, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Verlangen nach einer Zigarette. Das Ziel dieser Präparate ist es, die Nikotindosen Schritt für Schritt zu minimieren, bis die körperliche Abhängigkeit überwunden ist. Die Auswahl hierbei ist groß. Am bekanntesten sind wohl die Nikotinpflaster, diese sind in Apotheken rezeptfrei in verschiedenen Stärken erhältlich und für Raucher mit einem Zigarettenkonsum bis zu einer Schachtel pro Tag empfehlenswert. Die Pflaster bauen nach und nach einen Nikotinspiegel im Blut auf und werden täglich gewechselt. Allerdings ist dies aber auch die teuerste Variante. Für sogenannte „Situations- oder Konfliktraucher“, die unregelmäßig oder situationsbedingt rauchen, eignen sich eher Nikotinkaugummis bzw. Lutschtabletten, da sie schneller das Nikotin ans Blut abgeben und flexibel dosierbar sind. Eine eher unauffällige Variante sind Sublingualtabletten. Wie der Name schon sagt, werden sie unter die Zunge gelegt und werden dort unmittelbar über den Speichel aufgenommen. Ständiges kauen oder lutschen wird somit ausgeschlossen. Einige Betroffene berichten aber auch, dass der Erfolg durch frei erhältliche Nikotinersatzpräparate zu wünschen übrig lässt. Schlechter Geschmack und Preis- Leistungsverhältnis oder auch als zu gering empfundene Wirkung sind dabei nicht von der Hand zu weisende Kritikpunkte. Einige Ärzte können da jedoch Abhilfe schaffen. Seit einiger Zeit sind in Deutschland die verschreibungspflichtigen Medikamente „Zyban“ und „Champix“ als Tabakentwöhner zugelassen. Die Hersteller versichern, dass die Wirksamkeit wissenschaftlich bewiesen sei und schrecken auch nicht davor zurück, „Rauchfrei-Garantien“ auszusprechen.
Bevor man zu solch drastischen Mitteln greift, sollte man sich vertrauensvoll an seinen Arzt wenden. Wer gänzlich auf Chemie verzichten will, bleibt nicht im Regen stehen. Es gibt unzählige Bücher und Anleitungen die Hilfe durch Entspannungstechniken, selbst erprobte Methoden usw. versprechen. Einige ehemalige Raucher schwören auf alternative Möglichkeiten wie Akupunktur oder Hypnose. Gerade letzteres wurde in der Vergangenheit in einigen TV-Shows eindrucksvoll demonstriert. Über die Wirksamkeit lässt sich allerdings streiten, sicherlich ist innere Ruhe und Gelassenheit hilfreich für die Entwöhnung „im Kopf“, die körperlichen Symptome des Entzugs, die vor allem bei starken Rauchern in den ersten Tagen nicht zu unterschätzen sind, können damit nur bedingt bis gar nicht gelindert werden. Außerdem gibt es zu keiner der oben genannten Methoden bisher aussagekräftige Langzeitstudien, die den Erfolg belegen könnten.
Unterm Strich muss jeder für sich selbst die Methode finden, die ihm maximale Erfolge und Durchhaltevermögen bringt, um das vorbildliche Ziel zu erreichen. Wer noch Motivation und Tipps braucht, um den „inneren Schweinehund“ zu überlisten, findet einige hier:

Vorbereitungsphase
1. Analysieren Sie ihr Rauchverhalten! Rauchen Sie nur in bestimmten Situationen, in Gesellschaft, zur Tasse Kaffee, nach reichhaltigem Essen oder während der Pause am Arbeitsplatz um „die Nerven zu beruhigen“ und „runter zu kommen“?
2. Registrieren Sie diese Situationen und versuchen Sie diese so gut wie möglich zu vermeiden. Das soll nicht heißen, dass Sie ein Einsiedlerleben mit Kräutertee und Zwieback führen sollen. Erkennen und handeln heißt die Devise!
3. Legen Sie den Tag x fest, egal ob Sie sich für die Schlusspunkt- oder Reduktionsmethode entschieden haben, irgendwann müssen den Worten Taten folgen!
4. Machen Sie sich noch während Sie Raucher sind über Folgen und Krankheiten schlau und lernen Sie Ihre Zigarette zu verachten!
5. Erzählen Sie jedem von Ihrem Vorhaben, schließen Sie Wetten mit Einsätzen ab, die Ihnen richtig „weh tun“, wenn Sie schwach werden. Motivation und eine gewisse Portion Druck von außen hat noch niemandem geschadet!
6. Feiern Sie Ihre letzte Zigarette – ein freudiger Abschied in ein gesünderes Leben!

Die ersten Tage ohne blauen Dunst
1. Wandeln Sie ihr Auto, Ihre Wohnung, Ihren Arbeitsplatz in eine rauchfreie Zone! Kein Aschenbecher, Feuerzeug oder Streichholz sollte sich in Ihrer Nähe befinden. So hart wie es klingt, aber angehende Nichtraucher sind irgendwann einfallsreich und überlisten am liebsten sich selbst!
2. Kaugummis, Bonbons, kleine gesunde Zwischenmahlzeiten schaffen Ablenkung für den Mund. Würfel, kleine „Anti-Stress-Bälle“, Kugelschreiber lenken Ihre Hände ab!
3. Machen Sie sich immer wieder klar, dass die psychischen Symptome des Entzugs weitaus länger anhalten, als die körperlichen, die schon nach einigen Tagen der Vergangenheit angehören können! Jeder Tag, eigentlich jede Stunde ist ein Erfolg! Das Verlangen nach einer Zigarette vergeht wieder, lenken Sie sich ab oder ändern Sie die Situation, soweit dies möglich ist!

Die Freude am Nichtraucherdasein
1. Belohnen Sie sich, erfüllen Sie sich einen Wunsch und seien Sie stolz auf sich!    
2. Mit dem Geld, welches bisher für Zigaretten drauf gegangen ist und das Sie ja vielleicht in ein Sparschwein gesteckt haben, könnten Sie sich zum Beispiel eine professionelle Zahnreinigung, einen Kurzurlaub, oder auch einen Besuch im Restaurant spendieren!
3. Feiern Sie Ihre Jubiläen! Wöchentlich, monatlich, jährlich…ganz wie Sie wollen – der Grund bleibt immer derselbe: Sie rauchen nicht mehr und Ihr Körper und Ihre Gesundheit werden es Ihnen danken!

K.B. für Rauchende-Nachbarn.de

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